Methoden & Software
Hot-Spot Karten
Verteilung der verfügbaren Biomasseressourcen auf nationaler oder regionaler Ebene. Die Karten können auf der Grundlage globaler oder regionaler Daten zur landwirtschaftlichen Produktion (z. B. IFPRI, GAEZ_2015+), des Verhältnisses von Reststoffen zur Ernte (Residue-to-Crop Ratio, RCR) und von Fernerkundungsdaten erstellt werden. Die Methoden reichen von Klassifizierungsalgorithmen der Fernerkundung bis hin zu klassischen GIS-Analysen und Datenauswertung. GIS-Software wird zur Visualisierung und Kartierung von Ressourcen und zur Darstellung von Schwerpunkten der Biomasseverfügbarkeit eingesetzt.
Beispiel: In einem Projekt in Südvietnam haben wir das Vorkommen von Reisanbauflächen kartiert, um Regionen zu ermitteln, in denen die Verfügbarkeit von Reisspelzen am höchsten ist. Diese Informationen können als Entscheidungshilfe zur Ermittlung geeigneter Standorte für den Bau einer Anlage zur energetischen und stofflichen Nutzung verwendet werden.
Dashboards und Webmaps
Stakeholder-Kartierung, Heatmaps, Visualisierung und Kategorisierung von Reststoff- und Biomasseanbietern. Die Arbeitsgruppe Ressourcen hat Dashboards und Webmaps in verschiedenen Kontexten erstellt. Ziel ist es, die Ressourcenverfügbarkeit in einer interaktiven Webumgebung zu visualisieren, die es den Nutzern ermöglicht, bestimmte Teilmengen von Daten für weitere Analysen zu erstellen. So kann die Ressourcenverfügbarkeit von Punktquellen kartiert werden (z. B. durch Heatmaps) und Materialflüsse können mit Webmapping- und Dashboard-Tools wie ArcGIS online, Leaflet oder Shiny visualisiert werden.
Beispiel: In einem Projekt in Bogotá, Kolumbien, haben wir die verschiedenen Akteure sowie die von ihnen erzeugten Abfallkategorien und -mengen kartiert und auf der Grundlage dieser Informationen eine Webkarte entwickelt, die die räumliche Verfügbarkeit von organischen Abfällen aus verschiedenen Sektoren (Gewerbe, Industrie, Haushalte usw.) visualisiert.
Stakeholder Kartierungen
Visualisierung der Verteilung und der zugewiesenen Informationen der an einem Projekt beteiligten Akteure. Dazu werden häufig repräsentative Umfragen zur Datenerhebung durchgeführt. Die daraus resultierenden Informationen (z. B. Art und Menge der Siedlungsabfälle) werden den Beteiligten zugeordnet und kartiert. So lassen sich kategorische Informationen und Mengen leicht darstellen und in Beziehung zu den Beteiligten setzen.
Technologie-Eignungskarten
Auf der Grundlage räumlicher Daten, wie z. B. der Verteilung der Anbauflächen oder der Verkehrsinfrastruktur sowie technologischer Parameter von Energieerzeugern, können die regionale Eignung von Bioenergieanlagen und ihre potenziellen Energieerträge kartiert werden. Zu diesem Zweck werden verschiedene räumliche und geostatistische Analysen durchgeführt und anschließend mit GIS-Software visualisiert.
Beispiel: In einem Projekt in Togo haben wir das theoretische Biomassepotenzial aus landwirtschaftlichen Reststoffen kartiert und diese Informationen mit dem standortspezifischen Aufkommen an biogenen Rest- und Abfallstoffen für bestimmte Akteure (z. B. Viehzuchtbetriebe, lebensmittelverarbeitende Industrien) verknüpft, um deren Potenzial für die Biogaserzeugung zu modellieren.
Geographische Informationssysteme


Mit eigens entwickelten Methoden und unter Verwendung verschiedener (Geo-)Datensätze erarbeitet die AG Ressourcen Abschätzungen des Biomasseaufkommens auf unterschiedlichen räumlichen Skalen und in verschiedenen geographischen Kontexten. Dazu werden ArcGIS Pro und die freie Software QGIS verwendet. Das Ergebnis dieser Auswertungen sind statische und dynamische digitale Kartenprodukte, die u.a. in Berichten aber auch auf Online-Portalen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Felddatenerhebung und Need Assessment mittels KoboToolbox
Die Kompetenz im Umgang mit dem Befragungstool KoBo-Toolbox ermöglicht unserer Arbeitsgruppe die Erstellung maßgeschneiderter digitaler Fragebögen, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden können, u.a. zur Befragung von Akteuren in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung. Darüber hinaus nutzen wir KoBo-Toolbox, um durch Befragungen den Wissensstand und die Erwartungen unserer Kursteilnehmer zu ermitteln und unsere Kursangebote bedarfsgerecht anzupassen. Siehe auch: https://www.kobotoolbox.org/
Statistisches Programmieren in R


Die Arbeit mit R ist ein zentraler Bestandteil unserer AG-Aktivitäten, da es komplexe Datenaggregationen und statistische Auswertungen unterschiedlicher Datensätze automatisiert. Die Verwendung von Skripten zur Erstellung von Auswertungsalgorithmen ermöglicht eine transparente Darstellung der Datenanalyse und die effiziente Bearbeitung komplexer Aufgaben, wie z.B. die Berechnung von Kosten-Nutzen-Kurven oder regionalen Biomassepotenzialen. Besonders interessant ist die Synergie zwischen der Datenaufbereitung und der Nutzung kartographischer Darstellungsmöglichkeiten in GIS für die Ergebnispräsentation.